Hawaii 2019, ich komme

Meine erste Langdistanz (3,8Km/180Km/42,195Km ) stand beim Ironman Barcelona in Calella an. Auf Grund des Feiertages konnte ich schon am Mittwoch vor dem Wettkampf  anreisen und mir so die Wettkampfstrecken in Ruhe anschauen und alles perfekt vorbereiten.

Dann kam der große Tag. Um 5:15 Uhr klingelte der Wecker. Nach 4 Monaten Sonnenschein in Calella schüttete es heute wie aus Eimern. Warm anziehen, so lange wie möglich in der Wohnung bleiben, die zum Glück nur 800m von der Wechselzone und vom Start entfernt war.
Um 08:20 Uh erhallte dann der Startschuss am Strand für den Rolling-Start. Um 08:22 Uhr ging es dann für mich in das aufgewühlte Meer. Die Wellen waren so hoch, dass man die Bojen, wenn sie in Wellentälern waren, nicht sehen konnte, also immer mal wieder ein paar Brustzüge, um sich zu orientiern. Da kann ja keine gute Schwimmzeit bei rauskommen. Falsch gedacht: 51:39 Minuten brauchte ich für die 3,8 Kilometer im offenen Meer und hatte damit eine der schnellsten Zeiten aller Athleten.

Ab in die Wechselzone, ein eher schnellerer Wechsel wie in der Liga und mit 1:30 Minute Vorsprung auf die Radstrecke. Zwischezeitlich hatte es zumindest aufgehört zu regnen.
Auf der Radstrecke fuhr ich die ersten 20 Kilometer komplett alleine, bis wir uns zu einer dreiköfigen Spitzengruppe zusammenschlossen, fair fuhren, uns aber trotzdem etwas abwechseln konnten. Bei Kilometer 90 war die erste Radrunde vorbei und alles lief wie geschmiert.

Bei Kilometer 120 fing es wieder an zu regnen. Zwischenzeitlich hatten wir noch einen Profi aufgesammelt, der unfair fahren wollte. Wir attakierten abwechselnd, um diesen los zu werden.  In einem Kreisverkehr, den man nur geradeaus zu durchqueren hatte, passierte dann das Unglück. Ich rutschte aus und schlidderte 10-15 Meter über den Asphalt. Zum Glück konnten mir Leute wieder aufs Rad helfen. Jetzt geht’s los, dachte ich, doch es kamen nur noch 140-160 Watt zustande; umgerechnet 30-33 Km/h. Deutlich langsamer als vorher und noch 30 Kilomter bis zur Wechselzone. Aber von hinten kam und kam niemand. In Wechselzone 2 angekommen, lag ich immer noch auf dem 2. Platz in meiner Altersklasse. Ab auf die Laufstrecke und schauen, ob das Bein hält.

Es hielt. Kilometer um Kilometer gingen vorbei. Dann die letzte Laufrunde. Mein Betreuer Florian Kaiser schrie mir zu: “Platz 3 geht und ist nur noch 1 Minute vor Dir.” Weiter ging es und schon knapp 1 Kilometer später hatte ich ihn. Er versuchte noch mal 2 Kilometer alles, aber ich konnte davon ziehen. Dann der letzte Wendepunkt. Der Oberschenkel, auf den ich gestürzt war, machte zu. Durchhalten, gut verpflegen, bloß keinen Krampf bekommen, dann ist eine Sub 9 Zeit möglich. Plötzlich ging alles ganz schnell. Das Ziel kam und überglücklich konnte ich meine erst Langdistanz in 08:59:01 Stunden finishen.

Unter 9 Stunden – ein Traum und somit Platz 4. Die letzten 3 Jahre hatte Platz 4 sogar immer für einen Slot zur Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii gereicht. Ein Traum würde war werden.

Nach dem Duschen im Finisher Zelt dann die pure Freude. 4 Plätze in meiner Altersklasse.
2 Stunden später das Unfassbare. “Entschuldigung uns ist ein Fehler unterlaufen, es hingen leider die letzten 2 Stunden die falschen Listen aus”, so der Veranstalter.

Es fahren nur die Plätze 1-3 in meiner Altersklasse nach Hawaii. Pure Enttäuschung, nicht über mein Rennen, nicht über meine Zeit, nein, einfach allen Mitfiebernden und glückwünschenden Leuten zuhause mitteilen zu müssen, dass es doch nicht nach Hawaii geht.

Dann war Montag um 12 Uhr die Award Ceremony und Slotvergabe. Platz 1 nimmt den Slot. Platz 2 nimmt den Slot und, wie nicht anders zu erwarten, Platz 3 auch. Aber aus den Augenwinkeln kommt Platz 2 nochmal auf die Bühne und erklärt, dass er seinen Platz doch nicht annimmt. Danach nur noch pure Freude.

ES GEHT ZUR IRONMAN WM NACH HAWAII 2019

 

Jetzt kann ich nur noch DANKE sagen an alle, die mich auf diesem Weg uterstützt haben und mich mit den vielen Nachrichten immer moitiviert haben.
Besonders möchte ich mich bei meiner Familie bedanken, die mich die ganze Zeit unterstützt hat und und natürlich dafür oft zurückstecken musste. Auch bei meinem Trainer Sven Imhoff, mit dem ich eine gigantische Saison erleben durfte, und der mich auf den Tag topfit bekommen hat.
Selbstverständlich auch bei meinen Sponsoren Cycle Culture Company und Laufgut Schmitz, die mich unterstützen, und ohne die ich meine Sport nicht so ausüben könnte, wie ich es zur Zeit tun kann. VIELEN DANK!

Ergebnisse Ironman Bacelona

Presseberichte: